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Heilpflanzen

grüne Wesen an unserer Seite


Als wir vor 10 Jahren nach Buddenhagen zogen, war das Kopfsteinpflaster rund um das Haus makellos sauber, 10 Meter hinter dem kleinen ehemaligen Hausgarten begann ein Rübenacker ohne Beikräuter und außer ein paar unkontrolliert wachsenden Pappelausläufern gab es nichts außer Gras, „schön ordentlich“ eben.

Nach einem Jahr machten sich die ersten Wegmalven zwischen dem Kopfsteinpflaster breit, Wegerich und Gänseblümchen siedelten sich an. Der Rübenacker, inzwischen unser Hausgarten, wurde durchzogen von Johanniskraut. Auch Brennnessel, Gundelrebe, Schafgarbe und Giersch wurden schnell wieder heimisch. Inzwischen wachsen unzählinge Kräuter im Garten, zum Teil habe ich sie aus der Natur mitgebracht oder geschenkt bekommen, viele finden aber auch allein den Weg, wie zum Beispiel das geflügelte Johanniskraut, dass ich in diesem Jahr am Teich fand...

Knotige Braunwurz, Scrophularia nodosa

Eine Freundin brachte mir die Pflanze, von der sie den Namen nicht kannte, weil unzählige Insekten die Blüten besuchen. Auch ich musste suchen, um herauszufinden, dass es sich um die knotige Braunwurz handelt. Die Blüten sind klein, braun und recht unscheinbar, wirken aber magisch anziehend auf Wespen, Bienen und Hummeln.

Der knotige Wurzelstock gab der Pflanze den Namen.

In meinem neuen Bestimmungsbuch wird sie als schwach giftig gelistet, früher wurde knotige Braunwurz bei geschwollenen Drüsen, bei Geschwüren und bei Ohrenschmerzen eingesetzt.

Echtes Johanniskraut, Hypericum perforatum

Das Johanniskraut war eine der ersten Pflanzen, die sich von allein hier einfanden. Sicher hatte das einen Grund, den Tee habe ich in der dunklen Jahreszeit jedenfalls öfter getrunken. Er wirkt stimmungsaufhellend und hat eine leicht rötliche Farbe. Diese entsteht durch das Hypericin und ein Ölauszug aus den gelben Blüten färbt das Öl rubinrot. Dieses Rotöl ist sehr heilkräftig und ein gutes Mittel, wenn man sich einen leichten Sonnenbrand geholt hat.

Bei der Heilwirkung der unterschiedlichen Johanniskräuter gehen die Meinungen auseinander. Oft wird gesagt, nur das echte Johanniskraut sei wirksam, während einige Kräuterkundler meinen, alle Johanniskräuter, die beim Zerquetschen der Blüten roten Farbstoff abgeben, wirken auch.

Ich habe seit diesem Jahr geflügeltes Johanniskraut im Garten, die Blüten enthalten viel Hypericin und ich verwende es auch.

Echte Engelwurz, Angelica archangelica

Vor 5 Jahren, als ich in Ausbildung zur Kräuterfrau war und dafür immer nach Wittenberg fuhr, zeigte uns Sabine, bei der ich gelernt habe, riesige Pflanzen an der Elbe. Solch große 3-Meter-Gewächse hat nur meine Freundin in ihrem Garten (mit Hilfe von Kompost).

Die echte Engelwurz kann schon sehr groß werden. Die Waldengelwurz ist etwas kleiner und wächst im Wald. Heilkräftig sind beide Arten, wobei die echte bevorzugt wird. Für Heilzwecke sammelt man die Wurzeln und auch die Samen. Engelwurz stärkt den Magen, die Nerven und die Abwehrkräfte.

Ich nutze auch die Blätter für ein Elixier gegen Erkältungen.

Wiesen-Schafgarbe, Achillea millefolium

Die Schafgarbe ist ein Heilkraut, das wir sehr häufig antreffen. Sie ist eine Universalpflanze bei unklaren Beschwerden verschiedenster Art wie Bauchweh, Übelkeit, bei Erkältungen, bei Hauterkrankungen und Hämorrhoiden, außerdem kann sie Blutungen stillen und ist neben dem Frauenmantel eine der besten „Frauenpflanzen“.

Heilkräftiger als die Blätter sind die Blüten, die man auch gut als Vorrat für den Winter trocknen kann. Die jungen Blätter geben Wildkräutergerichten eine herb-würzige Note.